„Mehr als ein Buch …“

Mai 10, 2016 3:48 am Veröffentlicht von 1 Kommentar

Die Gralsbotschaft

Die in den Jahren 1923 – 1937 von Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt) geschriebene Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ ist in der weltanschaulich-religiösen Literatur ein nur wenig bekanntes Werk.

Der Blick in das 168 Vorträge umfassende Inhaltverzeichnis zeigt eine Vielfalt von teils außergewöhnlichen Themen.

Die Gralsbotschaft hält für nach Wahrheit suchende Menschen das Wissen vom Aufbau der gesamten Schöpfung bereit und erklärt das Wirken der darin zugrundeliegenden göttlichen Gesetze (Naturgesetze). Entwicklungsgang, Aufgabe und Stellung des Menschen werden dabei umfassend erläutert.

Auf meiner Suche nach Wahrheit begleitet mich dieses Werk seit Jahrzehnten und bedeutet mir schon lange mehr als ein Buch, nämlich eine unschätzbar große Hilfe, um in dem Chaos jetziger Zeit den Weg zu wahrem Menschentum zu erkennen.

Die Hinwendung zu folgenden Fragen und persönlichen Stellungnahmen bietet einen kurzen Einblick in die Gralsbotschaft:

  • Für wen ist die Gralsbotschaft geschrieben?

    Die Gralsbotschaft richtet sich an den Einzelmenschen, der ernsthaft um die Erkenntnis der wahren Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten in der Schöpfung Gottes bemüht ist, Traditionelles hinterfragt und neu erfahrenes Wissen unvoreingenommen und sachlich zu prüfen vermag.

    Ich spreche nur zu denen, welche ernsthaft suchen. Sie müssen fähig und gewillt sein, sachlich dieses Sachliche zu prüfen! Religiöse Fanatiker und haltlose Schwärmer mögen ferne davon bleiben; denn sie sind der Wahrheit schädlich. (Gralsbotschaft, Vorwort: Zum Geleite!)

    Derartige Ansprüche an den Leser zu sachlich-logischem Prüfen und Nachempfinden sind ungewöhnlich für ein weltanschauliches Werk. Nicht kritiklose Übernahme oder blinder Glaube sind gewünscht, sondern Ringen nach Erkenntnis und Überzeugung. 

  • Welche Erklärungen der Gralsbotschaft haben mich besonders beeindruckt?

    Folgend zwei Beispiele aus der Gralsbotschaft, die mich in ihrer Klarheit überzeugten:

    Charakter des Menschen

    Der aus dem Geistigen Reich stammende Menschengeist benötigt für seine verschiedenen Erdenaufenthalte jeweils eine der materiellen Welt angepasste grobstoffliche Hülle. Dieser Erdenkörper entsteht nach den bekannten biologischen Gesetzen auf Erden im Mutterleib und zersetzt sich wieder mit dem Tod. In der Zeit zwischen Geburt und Tod ist dieser grobstoffliche Körper so eng mit dem individuellen Menschengeist verbunden, dass sie von vielen Menschen als eine untrennbare Einheit angesehen werden.

    Durch Erfahrungen in verschiedenen Erdenleben hat sich der Mensch zu einer Persönlichkeit mit festen Eigenschaften entwickelt. Somit ist sein Charakter wie all seine entwickelten geistigen Fähigkeiten nicht von seinen jeweiligen Eltern zufällig ererbt oder auf Grund von Umwelteinflüssen zwangsläufig entstanden, sondern in verschiedenen Erdenleben von ihm selbst gebildet.

    Nach dem Gesetz der Anziehung findet sich der Menschengeist bei seiner Reinkarnation zu gleichartigen Eltern hingezogen, was den Anschein einer Vererbung von geistigen Eigenschaften erweckt. Der Charakter des Menschen ist jedoch eigenständig und eigenverantwortlich entwickelt.

    Freier Wille und Schicksal

    Die Frage nach der Beziehung von freiem Willen und Schicksal beschäftigt die Menschheit schon seit Urzeiten. Die Gralsbotschaft erklärt den freien Willen als eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschengeistes. Damit verbindet sie jedoch die unbedingte Verantwortung für all sein Denken, Reden und Tun. Nach dem Gesetz der Wechselwirkung (Ursache und Wirkung) als eines der unumstößlichen Gesetze in der Schöpfung ist der Mensch schicksalshaft an die Folgen all seiner einstigen Aktivitäten und Entscheidungen gebunden.

    Der heutige auf Erden inkarnierte Menschengeist hat eine mehr oder weniger lange Vorgeschichte. Er ist bei dem Beginn eines neuen Erdenlebens nicht mehr frei von den Auswirkungen seiner früheren Entscheidungen.

    Somit sind nun bereits die Bedingungen seines Erdenweges weitgehend durch ihn selbst vorbestimmt. Er wird von den Rückwirkungen früheren Verhaltens eingeholt, die sein Schicksal bilden. Er ist aber jederzeit frei, durch sein derzeitiges Verhalten seine Zukunft (in seinem Erdenleben und danach) zu gestalten.

  • Wie steht die Gralsbotschaft zum Christentum und zu anderen Religionen?

    Den Aussagen der Gralsbotschaft folgend ist für den Menschen nicht seine Religion, sondern die Stärke seines inneren Strebens nach Unvergänglichem, Reinem und Höherem. Dabei ist es gleich, ob er sich Christ, Buddhist, Moslem nennt oder nicht konfessionell orientiert ist.

    Die Gläubigen! Ihr alle, die Ihr Euch zu Gottgläubigen zählt, prüft Euch einmal, ob Euer Glaube, den Ihr in Euch tragt, wirklich der rechte ist! Ich meine damit nicht, in welcher Form Ihr glaubt, ob nun als Katholik oder als Protestant, ob als Buddhist oder Mohammedaner oder in irgendeiner Form, ich meine Eure Art zu glauben, inwieweit diese lebendig ist!
    Denn Gott ist Gott! Und wie Ihr Ihm Euch naht in Eurem Inneren, das ganz allein ist für die Stärke und die Echtheit Eures Glaubens maßgebend!

    Die Gralsbotschaft beinhaltet auch Vorträge zu Aussagen des Neuen Testamentes, z.B.: Unbefleckte Empfängnis, Taufe, Auferstehung, Sündenvergebung, Tod am Kreuz, usw.

    Abd-ru-shin beschreibt die Sendung des Gottessohnes Jesu zur Verkündung der Wahrheit auf Erden als besonderen Gnadenakt Gottes. Die Kreuzigung Jesu wird nicht als von Gott gewollt beschrieben und befreite die Menschheit somit auch nicht von deren Sünden.

    Die Worte Jesu waren dem Aufnahmevermögen der Menschen damaliger Zeit angepasst. In der Gralsbotschaft erscheint die Wahrheit erneut, jedoch in einer zeitgemäßen und umfangreicheren Form.

  • Wozu will die Gralsbotschaft anregen?

    Die Gralsbotschaft regt zur Bewegung des Geistes, des innersten Wesenskernes des Menschen an, denn dieser ist zu träge geworden, um sich gegen die Herrschaft des Verstandes zu behaupten. Geldgier, Machtstreben, Egoismus regieren derzeit die Welt und sind Ausdruck des Verstandes, der immer nach Mehr-zu-haben strebt, ganz gleich mit welchen Mitteln.

    Geistesziele wie Nächstenliebe, Harmonie, Anmut, Schönheit indes schlummern und verkümmern. Die Gralsbotschaft weist auf die Trägheit Geistes, dem innersten Kern des Menschen hin und regt zu dessen Bewegung an. Geldgier, Machtstreben und Egoismus regieren heutzutage den Menschen, weil der Verstand anstelle ein Diener zu sein, die Herrschaft übernommen hat. Geistesziele wie Nächstenliebe, Harmonie und Schönheitssinn verkümmern mehr und mehr.

    Um den Geist, sein eigentliches Ich, zu stärken, muss der Mensch zunächst zu dem Wissen um seine geistige Herkunft gelangen und seine verschiedenen Erdenleben als Entwicklungschancen erkennen.

    Das Wissen um diese Zusammenhänge menschlichen Lebens liegt in zeitgemäßer Form in der Gralsbotschaft vor.

  • In welcher Verbindung steht die Gralsbotschaft zur Gralsbewegung?

    Die Gralsbotschaft ist ein vollkommen unabhängiges Werk. Abd-ru-shin gründete keine Vereinigungen der Leser seines Werkes und erwähnte den Begriff „Gralsbewegung“ auch nicht in seinen Schriften. Über sein Ziel schrieb er:

    „Mein Ziel ist geistiger Art! Aber ich bringe keine neue Religion, will keine neue Kirche gründen, ebensowenig irgend eine Sekte, sondern ich gebe in aller Einfachheit ein klares Bild des selbsttätigen Schöpfungswirkens, das den Willen Gottes trägt, woraus der Mensch deutlich zu erkennen vermag, welche Wege für ihn gut sind.“ (Abd-ru-shin, Mein Ziel)

    Erst ca. 25 Jahre nach dem ersten Erscheinen der Gralsbotschaft und ca. 10 Jahre nach dem Tod Abd-ru-shins (1941) wurde die Gralsbewegung um 1950 gegründet. Im Jahre 1999 entstand ein zweiter Verein gleichen Namens. Daneben gibt es eine große Zahl „freier“ Leser der Gralsbotschaft.

  • Wie ist die Gralsbotschaft aufzunehmen?

    Die Gralsbotschaft nur zu lesen, bringt wenig Nutzen, wenn der Leser nicht versucht, das dargelegte Wissen zu verinnerlichen und zu verwenden. Die eigene geistige Regsamkeit in Verbindung mit den Erlebnissen des persönlichen Lebensweges sind dabei entscheidend.

    So ist die Gralsbotschaft durch die Erklärung der geistigen Zusammenhänge in unserem Leben eine Hilfe zur Selbsthilfe. Es wird der Sinn des Lebens erkennbar, die Erlebnisse im Alltagsleben verständlicher, das eigene Verhalten auf den Prüfstein gestellt.

    Welchen Nutzen ein Leser in seinem Leben aus der Gralsbotschaft zieht, zeigt sich in seinem Empfinden, Denken, Reden und Tun.

    Wenn Ihr die eigene Arbeit dabei träge unterlassen wollt und Euch damit begnügt, allein den Sinn der Botschaft in Euch aufzunehmen, ohne ihn auch richtig zum Weiterbauen zu verwerten, so habt Ihr keinen Nutzen von dem Worte; denn der eigentliche Wert muß Euch dadurch verschlossen bleiben wie ein Buch mit sieben Siegeln. (Gralsbotschaft, Vortrag: Der Kreislauf der Strahlungen)

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Dieser Artikel wurde verfasst von Lauterbach1

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